web 2.0 - Kommt der zweite Internet-Boom?Trackbacks
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Hallo Mandy, danke für den Hinweis. Ich würde ja, nach Lektüre des Interviews fast behaupten, dass es dem Journalisten entgleist ist.
Wie zum Beispiel mit dieser Passage: "ZEIT: Um Gottes willen! Unterschätzen Sie nicht die Sorge der Leute um ihre Privatsphäre? O'Reilly: Bisher scheint das kein Problem zu sein. Schauen Sie sich doch an, was die Leute freiwillig auf Web-Seiten wie MySpace preisgeben. ZEIT: Private Fotos, Filme, E-Mails von Freunden und Tagebücher. Das sind aber Teenager, die nicht darüber nachdenken, und Exhibitionisten. Wir wollen doch über die Leute reden, die wirklich etwas Interessantes beizutragen haben. O'Reilly: Schauen Sie sich doch zum Beispiel an, wie erreichbar ich bin. Meine E-Mail-Adresse ist seit 20 Jahren im Internet veröffentlicht." -> Zum Thema Privatsphäre. man bedenke, wir sind demnach arbeitszeit erschleichende und bloggende Exhibitionisten. Jetzt aber einmal etwas ernster: Ich finde es irgendwie immer wieder beschämend, wenn zuerst die Fragen nach Geschäftsmodellen und Mammon gestellt werden, und dann so beiläufig angemerkt wird, dass da ja auch human Akteure für das Ganze verantwortlich sind, diese Modelle bedienen. Aus diesem Blickwinkel aus der Perspektive der klassischen Mass-Media wahrgenommen entdecke ich mich nicht wieder. Die Betreiber von Web 2.0 Technologien, und das ist mein Standpunkt, wissen sehr wohl, wem sie ihr Kapital zu verdanken haben. Und dass dieses eben durch einen Vertrauensvorschuss hart erarbeitet ist. Außerdem kommt mir der Aspekt zu kurz, dass mit diesen Medien/Mitteln auch "hart" gearbeitet werden kann und wird.
Gerade bei dem Thema hatte ich mir von der Überschrift auch mehr erwartet. Habe mal einen interessanten Podcast über die "Arbeit" des Kunden bei amazon gelesen. Ich dachte, dass die soziale Masse und deren Spezifikation im Vordergrund steht. War allerdings nicht so
Nichts desto trotz finde ich es erhellend, wenn man sieht, wie über ein soziales Phänomen ökonomisch nachgedacht wird. Dann merkt man nömlich sehr schnell, dass Social Software auch finanztechnisch gedacht werden kann. (ein Blick, der zumindest mir meist fehlt, aber für manche Unis durchaus fruchtbar sein kann
... und trotzdem empfinde ich einen großen Unterschied zwischen dem Potential marktwirtschaftlichem Gewinns als Seiteneffekt und der konzeptionellen Verankerung eines solchen. Es ist in meinen Augen schon verwunderlich, inwieweit der Nutzer weiss, dass er für den Gewinn der Firma Verantwortung trägt. Jedoch ist es mit der Fülle der "freien Dienste" oft nicht transparent, auf welchen Wegen. Anders sieht das ja mit Modellen aus, die z.B. freie Start- und Basisdienste anbieten und daneben für begehrte Add-Ons Servicegebühren in Anspruch nehmen. Es bleibt ein fader Beigeschmack, wenn ich mit a) eigentlich etwas anderes beabsichtige und von daher mit b) was als unbewusster Outcome von a) bleibt mein Geld verdiene. Sehen wir es doch mal krass: Würde ich ein freies Studienkontent- Modul schaffen und die Spuren, die bei der Nutzung des freien Moduls hinterlassen werden zur Leistungsbeurteilung heranziehen wäre das nicht nur im Sinne des Datenschutzes kritisch, sondern im höchsten Maße unlauter.
Auf der anderen Seite bleibt mir immer noch die Frage, die sich wahrscheinlich die Nutzer am Ehesten stellen: Wenn ich einen qualitativ ähnlichen Kontent kostenlos haben kann, warum soll ich beim Dienst der hierfür Gebühren verlangt zuschlagen? Bzw. ein Phänomen, dass ich aus anderer Perspektive betrachte: Wenn ich Gebüren für meinen Podcast verlange, welche Energie setze ich hinein, um zu vermitteln, dass mein Podcast sie auch wert sind? Wie transportiere ich sie denn? Den Podcast, den Du gelesen hast, das war nicht zufällig von SWR2 - Mitarbeiter Kunde? Grüße Andreas
Die Frage bezüglich der "Macht" des Kunden/Nutzer müßte eigtentlich anders gestellt werden. Ich denke, dass zwar einigen Kunden (in manchen Situationen aber nur) bewusst ist, dass sie durch Bewertungen eine gewisse (begrenzte) Macht ausüben (z.B. bei Amazon, ebay usw.). Aber ich denke, dass ihnen nicht bewusst ist, dass diese auch durch die Dienste manipulativ eingesetzt bzw. missbraucht werden kann (nach dem Motto die Masse machts, je mehr gute Bewertungen, desto besser). Dass diese Bewertungen aber auch von dem Anbieter gesteuert werden "können" beziehen m.E. viele nicht in ihre Kaufüberlegungen ein.
Aber letztendlich wird doch immer wieder versucht aus einer guten (am Anfang meist kostenlosen Idee) ein Geschäft zu machen?
Hallo Bernd,
sicherlich ist es wahrscheinlich schwer in einem frühen Stadium der Inkulturation auf die "Macht der Kunden" pauschal zu schließen. Trotzdem kann man ja perspektivisch davon ausgehen, dass Nutzer durchaus mündig sind. Meiner Ansicht nach wird sie sich jedoch schneller verbreiten, wenn man einen unmittelbaren Vorteil davon bezieht. Ich will in einem kurzen Roundabout einmal darstellen, wie so etwas als "normalfall" gehen kann. Gehe an davon aus, dass man eine Kaufabsicht habe. Zum Beispiel einen .mp3 player einer bestimmten Marke. Will ich sicher gehen, dass ich sie untermauern kann, gehe ich für mich persönlich hin und suche nach dem Namen und nach weiteren schlüsselbegriffen, wie "Probleme", Troubleshooting ... Alsdann suche ich bewusst nach Bewertungen und lese sie mir durch. Insbesondere Blogs und Foren fallen mir in diesem Zusammenhang als stark hilfreich auf. Und ich weiss auch solche Aussagen einzuschätzen, habe die Möglichkeit der Rückfrage etc. Auf diesem Wege habe ich schon Hinweise zu Produktfeinheiten erhalten, die der Support pars tout nicht beantworten wollte/konnte, weil mein Spezialfall ihnen noch nicht untergekommen war/ist, oder die Informationen nicht für "werbewirksam genug" gestaltet waren, dass sie hätten in den technischen Spezifikationen hätten explizit erwähnt werden müssen. Solche Fälle umgekehrt zu rekonstruieren halte ich für sehr schwierig, denn die Masse solcher Fehlinformationen zu streuen, um Konkurrenzprodukte "schlecht" zu reden geht faktisch gar nicht. Ich weiss von vielen, die dies mittlerweile auf solchem oder ähnlichem Weg tun. Und auch schon von manchem, der mir berichtet hat "googleseidank" seine Kaufentscheidung zu erhärten oder nicht. Von daher wäre ich diesbezüglich etwas vorsichtiger. Anders herum betrachtet vergibt man sich aus Produzentensicht eine Menge an Potential der Rückmeldung. Viele schreiben sich "Kundenorientierung" oder "ISO 9XXXX" auf die Fahnen, von dem in diesem Sinne beim Endkunden wenig dazu zu spüren ist. OK. Zu dem anderen Punkt, den Du angesprochen hattest: Ich weiss nicht, wie die Reaktionen darauf sind, wenn Google irgendwann einmal Geld für eine Suchanfrage verlangen würde? und im "kleinen" sehe ich das ähnlich. Ich glaube es ist ein Fehlschluss, dass man mit Appetizern ein Produkt über die kritische Masse bringt und dann Gebühren und Lizenzen verlangen kann. Ich glaube jedoch, dass weitere anbindende Dienstleistungen gerne bezahlt werden, wenn sie sinnvoll sind. Hierzu sehe ich uns in einer noch frühen Phase um ein entscheidendes Bild zu prägen. Es könnte ja sein, dass das Video-Sharen irgendwann keinen Spass mehr macht, weil an dafür bezahlen muss, denn so richtig brauchen wird man es nie. Auch ich denke die Prinzipien der Marktwirtschaft soweit verstanden zu haben, dass sich über kurz oder lang nicht alles, was momentan gut und bewährt ist, auch kostenfrei zu haben sei. Und auch ich sehe ein, dass man mit den Kontextinformationen einen Zubrot verdienen kann. Doch was mich auf die Palme bringt sind Modelle, die jetzt schon darauf ausgelegt sind später zu Geld zu werden, ohne dass dem Kunden das gesagt wird. Die Einführung des Personalausweises in Deutschland mit Biometrischen Daten ist eine solche Sache. Zumindest laut SWR2 Wissen in einem entsprechenden Beitrag. Es geht nicht darum das Geldverdienen hier schlecht zu reden, sondern einfach das Bewusstsein hierfür, dass Informationen über mich kontextualisiert werden und personalisiert vorhanden sind, ohne, dass ich es eigentlich verhindern kann. Bis denne und soweit für heute Andreas Auwärter Add Comment
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